Die Bedeutung der Horizontalabdichtung im Mauerwerk
Feuchte Wände sind nicht nur ein optisches Problem, sondern können gravierende bauliche und baubiologische Problematiken hervorrufen. Aufsteigende Feuchtigkeit kann zu einer Verringerung der Wärmedämmung, Schimmelbildung und im schlimmsten Fall zu einer nachhaltigen Zerstörung des Mauerwerks führen. Daher ist es entscheidend, eine wirksame Barriere gegen diese Feuchtigkeit zu schaffen – eine sogenannte Horizontalabdichtung.
Insbesondere bei Bestandsgebäuden, die nicht über eine funktionierende Abdichtung verfügen oder bei denen die ursprüngliche Abdichtung beschädigt ist, bietet die Injektion eine gute Alternative zu aufwendigeren baulichen Maßnahmen. Der Zugriff von außen an das Bauwerk ist bei Bestandsgebäuden oft nicht mehr uneingeschränkt möglich oder mit unverhältnismäßig hohem Aufwand verbunden. Es bietet sich die Injektionsmethode als wirtschaftliche und einfache Sanierungsmethode an.
Injektionsmittel als Lösung für das Abdichtungsproblem
Injektionsmitteln arbeiten auf der Basis von Kieselsäure und anderen chemischen Verbindungen, die durch eine chemische Reaktion im Mauerwerk eine wasserabweisende Schicht bilden. Diese Substanzen reagieren mit dem vorhandenen Calciumionen aus dem Baustoff und verschließen die kapillaren Poren, wodurch das Aufsteigen von Feuchtigkeit gestoppt wird. Einige Mittel wirken dabei hydrophobierend, andere wirken kapillarverengend, bzw. sind eine Kombination aus beiden Wirkweisen, wie z. B. Sopro Verkieselung VK 690.
Flüssige Injektionsmittel
Sopro Verkieselung VK 690
- geeignet für poröses, feuchtes Mauerwerk und verschiedene Mauerwerksarten, von z. B. Ziegel- oder Kalksandsteinmauerwerk
- Injektion erfolgt drucklos oder im Niederdruckverfahren (bis max. 5 bar) ins Mauerwerk
- chemische Reaktion der Kieselsäure im Mauerwerk erzeugt wasserunlösliche Silikate
- erzeugt langfristige und dauerhafte Abdichtung und Barriere gegen Feuchtigkeit
Verarbeitung bei der Ausführung einer Horizontalabdichtung
- Mauerwerk freilegen und Zustand prüfen
- ggf. Schäden wie z. B. Schimmel- oder Salzbildung entfernen
- Bohrlöcher zur Einbringung des Injektionsmittels in das Mauerwerk vorbohren
HINWEIS: Verschiedene Bohrungsweisen für unterschiedliche Arten von Injektionsmitteln beachten - Bohrlöcher vor dem Einfüllen der Verkieselungsprodukte gründlich mit Druckluft reinigen
- Bei druckloser Variante vorab Sopro BohrLochSchlämme in Bohrlöcher füllen
- Trichter in Bohrlöcher setzen und so lange flüssiges Injektionsmittel einfüllen, bis keine Flüssigkeit vom Mauerwerk mehr aufgenommen wird oder Verkieselung Gel in vorgebohrte Löcher spritzen
- Bohrlöcher nach der Injektion verschließen
- Wand muss trocken sein, bevor weitere Maßnahmen wie z. B. Putzaufträge oder Abdichtungsschichten erfolgen
Hinweis
Durch das Erstellen der Horizontabdichtung wird eine Sperre im Mauerwerk eingebracht. Eine Trockenlegung des Mauerwerks wird mit dieser Methode nicht erzielt. Unterbunden wird nur das Aufsteigen von kapillarer Feuchtigkeit in den über der Horizontalsperre befindlichen Mauerbereich. Daher können zusätzliche Abdichtungsmaßnahmen im unteren Teil der Wand zweckmäßig und sogar notwendig sein.