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Heute dämmen, morgen kuscheln!

Das Dach ist neu gedeckt, Gauben sind gesetzt, Dachfenster ausgetauscht, jetzt geht es an die Dämmung von innen – am besten zwischen den Sparren, das ist die gängigste und wirtschaftlichste Methode. Dennoch: Überlegen Sie sich diesen zweiten wichtigen Schritt Ihres Dachausbaus gut, denn die Optionen sind vielfältig. 

Einsatz

Eine Dampfsperre sollte verlegt werden, um die Dämmung gegen aufsteigende Feuchtigkeit aus der warmen Raumluft abzuschirmen. Oder doch lieber eine natürliche, diffusionsoffene Lösung aus Holzwerkstoffen? Welches Dämmmaterial erfüllt Ihren Anspruch ans Wohnen unterm Dach am besten? Alles eine Frage der Einstellung, vielleicht auch des Geldbeutels. Gute Argumente sprechen für jede Form der Dämmung, energetisch wertvoll und bewährt sind sie alle. Auf den folgenden Seiten eine kleine Entscheidungshilfe.

Dachdämmen für neue Werte

Für die Dämmung eines Steildaches gibt die Energieeinsparverordnung einen maximalen U-Wert von 0,24 W/m2K vor. Wer das Flachdach seines Hauses neu dämmt, muss einen U-Wert von 0,20 W/m2K oder darunter erfüllen. Zum Vergleich: Bei einem ungedämmten Steildach misst man U-Werte von 1,0 W/m2K. Wird das Dach mit modernen Methoden und Dämmstoffen gedämmt, sind U-Werte um 0,15 W/m2K zu erzielen. Wer die Dämmaufgabe besonders sportlich nimmt und alle Möglichkeiten der Technik ausschöpft, erreicht passivhaustaugliche U-Werte unter 0,10 W/m2K!

Zum Dämmen einfach Klemmen

Luftdicht von innen, winddicht von außen – nach diesem Motto haben Baustoff-Hersteller verschiedene perfekt aufeinander abgestimmte Systeme aus Dämmmaterialien und Abdichtungsfolien entwickelt. Unkaschierter Glaswollefilz für die Zwischensparrendämmung im Dachgeschoss überzeugt durch exzellente Dämmeigenschaften und eine gute Umweltbilanz. Außerdem lässt er sich einfach und haltbar zwischen die Sparren klemmen. Einseitig mit Vlies kaschierter Filz eignet sich für die zusätzliche Wärmedämmung unterm Steildach. Oberflächenmarkierungen machen passgenaue Zuschnitte möglich und erlauben eine nahezu verschnittfreie Verlegung.

Dämmen und Dichten aus einer Hand

Auch andere Mineralwolle- und ökologische Dämmstoffe bilden – im Zusammenspiel mit passenden Komponenten – eine massive Einheit, die über Jahrzehnte zuverlässig dichthält und dämmt, zum Vorteil Ihres Energiehaushalts. Die Dämmmaterialien basieren vorwiegend auf natürlich-organischen Grundstoffen und sind frei von künstlichen Farben oder Färbemitteln. Sie lassen sich angenehm und schnell verarbeiten – ein gutes Betätigungsfeld auch für Sanierer und Renovierer, die durch Eigenleistungen Geld sparen wollen.

Mit Steinwolle gegen Kälte, Feuer und Schall

Aufgrund ihrer Materialbasis überzeugt Steinwolle durch besonders gute Brandschutzeigenschaften. Kombiniert mit herkömmlichen Gipskarton- oder Gipsfaserplatten halten Steinwolledämmungen einem Feuer unterm Schrägdach bis zu 30 Minuten stand, was Ihr kostbares Balkenwerk im Falle eines Falles vor der Zerstörung bewahren könnte. Und das bei besten Wärmedämmeigenschaften. Die Wärmedämmleistung einer Steinwolledämmung beeindruckt mit einem U-Wert von 0,035 W/m²K. Rechnen Sie die besonders guten Schallschutzeigenschaften des Materials hinzu – und Sie haben die Dämmung der Wahl für Ihr besonders verkehrsnah gelegenes Sanierungsobjekt.

Umweltwunder Steinwolle

Steinwolle-Dämmstoffe schonen außerdem kostbare Rohstoffe und Ressourcen, denn sie werden aus dem nahezu unbegrenzt vorkommenden Naturmaterial Stein hergestellt. Fortschrittliche Herstellungstechniken bewirken, dass Steinwolle-Dämmungen während ihrer langen Lebensdauer weitaus mehr Energie sparen, als sie zur Herstellung benötigen. Außerdem sind sie recycelbar. Aufeinander abgestimmte System-Komponenten sorgen für den luftdichten Abschuss.

Untersparren-Klemmfilze ergänzen die Dämmung

Clevere Idee: durch Untersparrenfilze die Zwischensparren-Dämmung verstärken und bis zu 30 % mehr Energieersparnis „kassieren“! Vorteil: Die Klemmfilze füllen die Zwischenräume der Traglattung, die Sie für die nachfolgende Innenbekleidung sowieso brauchen.

Luftdicht verpackt, für Jahrzehnte gedämmt

Ein nasser Pullover wärmt nicht! Nach dem Einbau einer Zwischensparrendämmung muss die gedämmte Konstruktion gegen schädliche Tauwasserbildung gesichert werden. Damit kein Schimmel entsteht, wenn dauernd warme Luft aus dem Innenraum auf kühle Bereiche in der Dachkonstruktion trifft und dort kondensiert. Verlassen Sie sich hier am besten auf die abgestimmten Spezialsysteme der Hersteller mit ihren fortschrittlichen Programmen aus Klebebändern, Dichtstoffen und Dampfsperren.

Holzfaserdämmstoffe: naturgesund und wirksam

Holz ist der nachwachsende Naturbaustoff par excellence und eignet sich auch für eine ökologische, diffusionsoffene Innendämmung. Systeme auf Basis Holzfaser und Brettschichtholz haben viele Tests im Dachausbau erfolgreich bestanden und überzeugen durch einen tollen Look und beste Energiespareigenschaften. Schon mit verhältnismäßig dünnen Platten erreichen Sie eine überzeugende, EnEV-gerechte Dämmwirkung – das Balkenwerk bleibt schön sichtbar, und Sie erhalten mehr Raum bzw. Deckenhöhe zum Leben. Da Holz- bzw. Holzfaserplatten die Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und bei Trockenheit wieder abgeben, wirken sie wie eine natürliche Dampfbremse bzw. Klimaanlage.

Ein eingespieltesTeam: OSB-Platten und Holzfaser-Dämmmatten

Wohngesunde OSB-Dämmplatten werden ohne Formaldehyd verleimt. Es gibt sie in vielen unterschiedlichen Formaten. Mit entsprechenden Dämmmatten bilden sie eine bewährte Einheit für den naturbewussten Dachausbau. Die OSB-Platten eignen sich zur Aussteifung des Daches ebenso wie für den luftdichten Innenausbau. Holzfaser-Dämmmatten wiederum eignen sich ideal zur Gefachdämmung für Dach, Decke und Wand, schützen vor Hitze, Kälte und Lärm. Sie lassen sich ebenso einfach und wirksam einklemmen wie Filze aus Mineralwolle.

Flexibel im Dachausbau, natürliche Alleskönner

In Ihrem Dachgeschoss liegt bereits eine alte, aber intakte Dämmung? Unser Tipp: Lassen Sie sie einfach drin, und verzichten Sie trotzdem nicht auf eine natürliche Dämmung. Montieren Sie Dämm- bzw. Ausbauplatten aus Holzfasern einfach darüber. Alternative: Der Sparrenzwischenraum wird mit flexiblen Holzfaser-Dämmmatten ausgedämmt. Achten Sie darauf, dass keine Hohlräume verbleiben. Zusätzlich kann eine Unterkonstruktion mit dazwischen liegenden Matten angebracht werden. Je nach Konstruktionsaufbau wird noch eine Dampfbremse installiert. Abschließend bzw. alternativ zur Dampfbremse können Sie verputzbare Dämmplatten bzw. leichte Innenausbauplatten auf Holzfaserbasis verlegen. Sie belasten die Tragkonstruktion nur wenig und eignen sich ideal auch zur Verkleidung von Dachschrägen und Kniestöcken.

Mit Glaswolle schnell zum mollig warmen Dachgeschoss – so einfach geht‘s

Niedrige Sparren kein Hindernis

Bei der klassischen Dämmung zwischen den Sparren gilt der maximale U-Wert von 0,24 W/m²K, den die EnEV 2014 festsetzt. Ist jedoch der Platz zwischen den Sparren begrenzt, was bei vielen Altbauten der Fall ist, gelten die Anforderung der EnEV 2014 als erfüllt, wenn die nach anerkannten Regeln der Technik höchstmögliche Schichtdicke des Dämmstoffs eingebaut wurde. Auch für denkmalgeschützte Häuser gelten Ausnahmen. Die Alternative: eine künstliche Erhöhung der Sparren, die sogenannte Aufdoppelung. Sie vertieft den dämmbaren Raum zwischen den Sparren und ermöglicht den Einbau dickerer, dämmstärkerer Filze.

Altbau-Abdichtung ist Handwerker-Sache

Wenn Sie nicht die nötige Erfahrung haben, sollten Sie die Abdichtung Ihres verwinkelten Altbau-Dachgeschosses unbedingt einem erfahrenen Fachhandwerker überlassen. Er kennt die Problemstellen und ist geübt in der Auswahl und Anwendung der passenden Systeme. Übrigens: Statt einer Dampfsperre kann man auch sogennnte Dampfbremsen montieren – diese Klimamembrane haben die Fähigkeit, einmal eingedrungenes Wasser aus der Konstruktion wieder in die Räume rücktrocknen zu lassen.

Mit Holzfaser zum „grünen“ Dachgeschoss

Holzfaser-Dämmstoffe werden aus natürlich nachwachsenden, meist heimischen Durchforstungshölzern gewonnen und bilden eine ökologische und nachhaltige Alternative zu klassischen Formen der Dachdämmung im Dachausbau.